gedichte

Die Blumen in der roten Zone. Sequenzen

Eine Sequenz aus mehreren Zeilen, aus ein paar Sinnzusammenhängen, eine Aufeinanderfolge auf höherer, tieferer Tonstufe, eine kleine Filmeinheit, gesungene Streifen, Karten, die schnell hintereinander gespielt und als Daten abgespeichert werden. Mit ihr lässt sich eine kleine Geschichte beginnen oder Lücken schließen, falls gewünscht. Sie entbehrt nicht der Verantwortung, sie für den eigenen Gebrauch zu verändern.

I actually liked being on stage, performing ‚Winterreise’ by Schubert and because no one else cared, I wrote the screenplay for it. Eventually, it was also only me sticking to it. But I was fascinated by the vigour of being admired by a fairly big crowd without any proper expectations but to present them some madness of an improvisation. My whole two last school years seemed to have been incapsulated in this 10 minutes play.

Auf einen Punkt starren und nicht sehen, ein Bild zieht von hinten herauf. Ist es das auf den Grashalmen am schwachen Hügel schillernde Licht der Sonne am pastellfarbenen Spätabendhimmel, weit über dem Feld? Da ist der Tunnel durch die Beine des Vaters, der Ball kullert hinter ihm weiter, Haselnuß und Hagebutte daneben; dann hoch auf die Garage, eine Holzleiter verunsichert, die gelben Fliederfarben des dünnen Pullovers sind denen von heute spürbar ähnlich.
Das Jahr verging mit Experimenten. Meine Haut, wenn ich sie durch die Hose und Hemden strich, blühte wieder auf. Aus meinem Bauch wurde ein Baby geschnitten. Meine Erinnerungen sind nicht vollständig, weil sie in den Köpfen von anderen feststecken – ungenutzt. Rückt sie raus!

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Die Hermannstraße runter und nasswarmer

Die Hermannstraße runter und nasswarmer
Asphalt kriecht Richtung Friedhof rüber zum Park daneben
gleich der Totto-Lotto-Laden in den
schickte ich das Paket vereinigte Gernegroß
der Stadt

wie der junge Robert Stadlober in Sonnenallee ein Block
tiefer den Berg vor dreißig Jahren also sechzehn
Jahre im Film um alles in der Welt diese Platte
aus meinem Geburtsjahr mit einer Hand
zu beschützen

ein Wort zum Überleben
vorbei am weiß getünchten Fahrrad
der 16. Juni fünfundfünzigjährig Vater
zwei Fotos am Rahmen
das ist alles

wenn mich jetzt das SEK aus Hamburg trifft so wie Robert
die Stasi und die hatte auch keine Gummigeschosse wie in
Frankreich dann wär die Scheibe futsch und ein weiterer
Eintrag sicher aber woher sollten die wissen
wo ich bin

denn das zweite Handy ist tot und ich vertraue
ihnen nicht da können sie am Ende der Beweissicherung sagen
was sie wollen ich bin jetzt überall dabei während die
Straße vor Hunger abkühlt und die Taskforce aus der Oker
längst abgezogen ist

„““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““

24.1 (2)

auf dem höhenzug
mäandern raben
die katze suhlt sich
in blüten
bleibt der kessel
für den grünen tee
die durchsichtigen kisten
in Schichten
sonst nichts
wie es war
ist nicht wichtig
ist in die träume
zurückgewandert es passiert
dort sehr viel
in den übergängen zu einer
stillen ästhetik der nachkriegszeit
gibt es so ein wort
an dem du dich aufhältst
mit dem sich jemand
der das überblickt
beschäftigten müsste

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Im Scherbenviertel

Wohl aus Eigennutz fange ich wieder an zu sprechen.
Über eine Chance und eine Wahl und noch andere schöne Dinge.
Ich bin so begeistert, dass ich zustimmen muss.
Als liegen in meiner allesfressenden, von selber pochenden Brust tote Ottern & Nattern, Hunde, Spechte, Pferde, Kühe, Mäuse an Wassern.
Die Felder vor meinen Augen verursachen Schmerzen, die Züge aber verfolgen mich.
Sie fahren über das Gras und die Pfützen und die Baumreihen.
Verdecken die Leute im Dunst des Hafens.
Ein paar Kilometer westwärts, heißt es, sei ein Containerlager für Transporter, an dem ich weiterkäme.
Es ist mal wieder die Hölle los.
Die Kapitäne laufen umher und bieten ihre Waren der sich betrinkenden Mannschaft und dann den Passagieren an.
Schnellbootfahren gilt als erstes Mittel der Verführung!
Es gibt da diesen Deal: 20 % Abschlag für die Hochkultur und Absprachen zu niedrigen Zinsen.
Die Redakteure greifen sogleich das Wort auf.
Ihr Handbuch ist auch eine Geschichte des Schwindels.
Sie zerstückeln die Wörter in unterschiedliche Pakete und versehen sie mit komplizierten Namen.
Das zerstört das Vertrauen der Bevölkerung und weckt den Ruf nach mehr Staat, der dann die Geschichte abnimmt.
Ein weiteres Mal von Griechenland nach Italien, von Italien nach Griechenland, ich weiß nicht wie herum.
Ladengründungen geschehen aus der Notwendigkeit heraus, in die Hinterhöfe zu gehen, Teil der Schattenwelt zu werden.
Im Graben bei den einschläfernden Gräsern hockt ein Maler mit Hut gebückt und faltet Papier.
Er hantiert an den vielen Taschen seines Trenchcoats.
Jeden seiner Schritte zählt die halbgelesene Zeitung, übermüdet kaut sie Tabak.
Die Finger schlafen derweil auf den zusammengeklebten Tastaturen, während der Wind sich in den Lungen und Erdlöchern erholt.
Später wird ihn wieder der Zaun aufspießen, nach unten fallen lassen.
Von unten nach oben, austauschbare Verbrechen auf mehrfach belichteten Körperflächen.
Wie Scheinwerferlicht, die Felderwirtschaft oder kontrolliertes Abhaken.
Ein Touchscreen in hellen, mittleren Farben fällt angenehm für das Auge.
Fließendes Geld weckt die Säufer aus ihrem Winterschlaf.
In den wachen Stunden hält der Beschuss an.

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Memogedicht

einmal auf der spur der darmerkrankungen
träumten 3 fischen katzen am zweiten checkpoint
heute abend nicht, nacht nicht, morgen

fönt hoch das unbehandelte land
anno september gibt’s dann geteiltes rückgeld
begraben kostenlose diebe mein erstes quartal

;;;;;;;;;;;

o.T.

Vor Rauch verfärbte Dachschenkel
lässt die Lungen an zu pumpen
das Ritzenmaul füllt sich ganz Stau

radgleich fiepen die Gelenke
hängen frontale Textstellen
beschädigt an leisen Fäden

wir sagen du bleibst verschwunden
bis du nach zwanzig schreiblosen Tagen
zwischen Streichholzwänden abgefärbte

Daumen gegen die Geräte tauscht
in einer Sprache dich zu stellen
stirbt nicht die Wut das Ausland

bei Lesern hysterisch versteckt
hören wir x-mal die Aufnahme
spekulieren über zahnrougen Kopien

ein Skript ganz im Vertrauen
liegen Tapes die Wunden
auf schroff platzende Pfützen

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butya

butya
immer wieder was
passiert ließ er es mich
sagen die vorbeigehenden
murrten schon
als machte ich was falsch
als wäre das
nicht meine sprache
beschwörtes wort
das es nicht gibt
im versuch gescheitert
als dürfe das
nicht so stehen
stürzten die gebäude ein
über so viel
gedankenlosigkeit

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zweidreistunden (2) // zweifelhaft draußen auf grauer reling kein popentwurf ohne mangel an talent / das könnte helfen wäre nicht letztes jahr groß an seltener krankheit verendet / geschnüffel mit runtergerocktem lipgloss getauscht für die molekularen irrtümer / emailadressen statt vokabeln ausgesiebter perlmuttener erden / um nicht eine weitere szene zu riskieren wurde heute geschrieben / der wirklich schöne 19. september kickt seit regen weil nacht.

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die straße 645

was meine schrift sagt
nur noch wäsche hängen
lass dich zutraulich
entschuldige nicht eine andere person
natürlich die frage wie ich hier meine
unmittelbare erfahrung los werde
für die die wiederkommen
und die weitermachen

im schlepptau schlag worte schlag
eine neue sprache für die rippen
was nicht vorkommt auswendig lernen
wir fordern den erhalt der straße 645
wir wünschen uns artenvielfalt
wir schauen mit abendanzug in die ölkatastrophe

europa oder meine bedürfnisse
es braucht den abend parallel

+++++++

zur nacht die maschinen

jeden samstag letztes mal
spielt ein ton mit dem kaffee
auf samt gestreut noch vor minuten
unser spiel versilbert
doppelfenster

dröhnende herzkammer
sinkt da pfeift das meer
nur mundfinger greifen eine
aus stein und holz geschnitzte
geschichte

im brustkorb rotiert mein orgelkasten
kalte löcher in rauchige luft
aus dem staub der masten drängen
akkorde, erzählen die zeitungen
folgendes

,,,,

die schreibmaschine ist ein schöner hund in passform

an der schwarzen donau wächst
im rücken die see, spannen häuser auf sohlen

die grauen weinberge, die ersten
siebenundsechzigtausend sind verprasst

auch wenn der regen etwas übriglässt,
liegen die gärten in trümmern

keiner kann was gegen die verhaftung,
schüttelt sich der kopf mit seinen halden

ein bote gönnt sich einen eigenen schrei,
fahrradgleich zum sprung beflügelt

in passform ist die schreibmaschine
ein schöner hund, der wächst mit haaren

als hätte er in neunundreißig büchern gelesen,
morgens in der bar, über der verteilung der suppe

nach sechzehn stunden warten auf verdoppelte reklame,
in debatten, der disziplin zum trotz

an einem faden hängt der ringfinger
und begreift nicht den takt, sondern seine streben

gestern redeten die toten immerzu,
wie sie hörten, zählen mailinglisten die indize.

……………………………………………………………………………..

o.T. (Nizza)
als ich eintrete
ist der rote punkt
schon da, wir sind
wieder live, das meer
rauscht über den sand,
die zubereiteten tomaten
schmecken frisch vom
französischen balkon, die
gäste sind noch nicht
wach, das frühe licht hat mich
ganz im griff, ich lese dir laut
vor
_____________________________

kislorod
eine meiner herzklappen wölbt sich
zwischen meridian und damaskus
mit dem wunsch die spekulation
gegen dich zu bündeln
well türme voll glas im aufbau ost
stopf die dumpfen ohren
mit pall mall und grundier den
orgelkasten welcher da heißt
eine kolchose vor dem herrn;
und wenn die noten fehlen
ist der schlüssel ungelenker
formeln eine pistole auf der brust
in der die schwer an filibustern tragenden
violenmäuler und pfeifen sich schellen
bis die korrekte aussprache
die arbeit zu billig sinken lässt
denn wer hat nun von wem abgeschrieben
ringt die bassline um sauerstoff
ein teuflisches intervall lang noch
stehen die füße knietief im dispo
um sich schmeißen die tauben
und aus kreidewäldern waltet
endlich das register
„““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““

Auf der Suche nach Ruhe, Fellini;
jedes Datum gibt mir neue Wörter zum Lernen auf, bis ich zu Begriffen komme. Wie die Ansprüche und Pläne sich anpassen; wie davor, da bist Du an nichts dran, hast noch nicht einmal einen Stoff, an dem Du arbeitest und im Erzählmodus bist Du auch nicht; hast Du es endlich auf den Balkon geschafft, aber bist so sehr Teil der Erzählung geworden, dass es sich nicht lohnt, darüber zu sprechen,wie ich an einem Roman über den gelangweilten Schriftsteller scheiterte; wie ich mich verwandelte, die Welt in Ordnung brachte, doch der Roman in weite Ferne rückte und der geniale Gogol unlesbar blieb, eine Lektüregeschichte, die nicht zum Schreiben kommen lässt; oder wie die fehlende Krawatte des griechischen Premierministers seine Pressemitteilungen isolierte; wie sich der Verfassungsschutz in surrealistischer Askese übt, das sprengt den Rahmen, Pop genug, ein weiteres Mosaiksteinchen abgeschlagen, weil während der Wettbewerbs zu beschäftigt, die Fliegenschmisse zu beseitigen; wie mein Kumpel, den ich mal zehn Minuten von seinem Dante-Höllen-PC-Spiel über den verlorenen Menschen rausklingeln wollte, erzählte, dass Kafka es schaffte, zwanzig Minuten nur über Form, Farbe und Konturen eines Stuhls zu schreiben, ohne dass es Dir zuviel wird, gleich einer Schreibübung am Anfang jedes Kapitels oder ein langes Zweifeln wie in zerlesenen Fanzines; wie die Proteste sich karnevalisierten und die dritten Räume zu VHS-Träumen gerendert werden; wie die obrigkeitshörigen Bauarbeiter bereit wären, für die nächste Wand eine Familie mit zu räumen; wie du inmitten der gemachten Landschaft fährst und – ganz unvorstellbar ist es nicht – dort ausgesetzt wirst, während Du zwei Stunden später wieder trockenen Fußes auf deinem Gehweg mit Leuten bist, für die das der tägliche Spaziergang ist; anschließend hoch ins Bett, das sich anfühlt, als seist Du nie weggewesen; wie die Buchstaben auch ohne Wörter existieren, gefangen in den Geschichten von Freunden,die zu Verwaltern deiner Erzählungen geworden sind; oder ist es andersherum: aus der Kindheit nicht genug rausgeholt, holen sich die ikonischen Zeiten ihr Schriftbild aus dem Netz; wie Feinde anfangen in deiner Geheimsprache zu reden und wir darauf die Kommunionsfeiern in Milchbars abhalten, während zwei verschiedene Personen hintereinander heiraten, um sich zu schützen;

weißt du noch, als alle zu viel wurden und die Gesellschaft zu schwach; dann wiederholen sich die Argumente und es dämmert immerhin, dass es heute zu anstrengend sein wird, Ideologiekritik zu üben und zu wohlfeil, den Staat zu konsolidieren oder zu beschleunigen;

weißt Du, wegen unliebsamer Vorfälle bleiben wir es den Zu-Früh-Gestorbenen, den Zu-Spät-Geborenen schuldig, was wir nicht sagen; Falter verschwimmen in den Augen, gehen ein wie die Funktion der Lyrik als ein Leitsystem zur zügigen und geordneten Registierung von flüchtigen Gedanken;

es herrschen Schulden, manche atonal; musikalisch, weil riskant ist das Erzähler-Ich so wie ich für eine Minute jeden Tag.

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sommerfrische in der stalinallee

zwischen sechs und sieben | erwacht | der schlag der gleichberechtigung | die wände fangen standard an | zu sprechen spuren sätze und ebenso auch | im gefalteten rondell die takte | schwitzt feiner regen das erbe | rechnet im glauben den hof für ein konzert |aus achtel splendour of fear heiraten der letzten | monate flüchtige abziehbilder | auf dem zahnrougen tape stockt das skript sweet stock und stein | singt 80er getüll des banjo festes dunkel | verteilt | den reichtum in meiner straße.

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Fischland, 4 Wege

« » ˄ ˅
da
zwischen
Wind, die Böen üben Schach
treiben mind. 1
Figur vor sich her,
Finger
üben Gänge durchs geframte
Schilf

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Das Land, das Ausland heißt

I

Verlesener Tag, der Zug fährt nachts, Steuern zu zahlen war nicht drin.

In Athen löst sich das Feuer, in Rumänien töten sie Hunde.

Die Fantasie raubt dir alle Ähnlichkeiten da draußen, ganz ohne Anspielungen

bleibt der Realismus flach: Verfehlungen der Sozialdemokratie, das Los

der ausgeknockten Massenparteien

in Hyderabad pflegen sie in Milchbars die geliehenen Waffen.

Sie war nie größer, die Furcht der Tanzenden, ein Instrument zu herrschen,

aus der Zukunft spekuliert schützt strategisches Setzen von Kapital

meine Freiräume, hilft Marketing und verteilen Events die Gefühle um.

Einfältig und voller strenger Klänge ist x-mal Deutschland ein Abzählreim,

wohnen, arbeiten, blinzeln aus den Bunkern schließlich

ein Transitvisum von New York nach Syrien,

diesem dröhnenden Meer aus der eingeebneten Zeit

II

Einen Hauch von Zigaretten gibt uns der Vorort zurück,

schlaf auf einem Mauerschuss von Buenos Aires

und beobachte die Choreographie einer Wandertruppe aus Minsk

wie sie die Klaviere auf Holzgestellen durch die zerschossene Stadt fahren!

Die Reflexe haben sich bereits eingestellt, schlagen Dämme in den Wind

nur nach vorne, auf die Grenzanlagen im Wasser, wo die Halme nicht vergehen

und Boulevards sich kreuzen wie Jazzbeats;

vielleicht ist es die Einsamkeit der russischsprachigen Erde vor der Bushaltestelle

die Euch zeigt, wer Ihr seid

oder ein polnischer VHS-Traum, der befiehlt:

„Wenn ich nicht ankomme, werden sie ausgespielt, die 1000 Augen des Expressionismus“

Dann werden die Köpfe in unsren Bildern ausgebrannt und die Fragen

der eben noch vor mir stehenden Freunde

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Alice (Spoken Word)

Turnhallen öffnen wieder,

zurückgebaut stehen Wohnmaschinen

Eurowaisen, im Anhang treten ihre Knurrmagen

ein wie offene Zwiebeln und Falter verschwimmen

in den Augen der rasselnden Sonne, die kosmische

Strahlung vorausgesetzt wühlen sie zu zweit

geschätzt die Kisten in der Skala des Kontinents,

der nie raste, das Wasser nur

schnell um die Ecke bringt.

Gut, dass Du da bist,

es ist fünf Uhr dreiundvierzig

und zwei Chicago Boys schicken sich an

zu heiraten, trampeln fünf Jahre

rote Zungenlinien übers eingebürgerte Gesicht.

Bullen fahren vor, kreisen auf Hecken herab

War´s das, (Alice): warte auf

zwischen den Zügen,

lass mich ein.

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in den felsenbäumen

der teer im regen klumpt weiter

wird fallen über alle

augen schweiß die knie

rauschen durch den flieder

hornissen, von sonne gebleicht

zählt eine stadt pfennige, welche

sprache du wählst, einen ton

zu begriffen, die beschreibung

eines stuhl: als brücke über uns

wie ein sternenkreuzer, der silberne

bach stört nur, dahinter trennt

den wald eine spritze

metallschrott, hier verkauft´s sich leichter;

ein angebot, uns selbst zu kommentieren,

tupfen noch schnell den körper

überm geländer ab und das glas

in der hand, voll schnaps,

zapfen wir die leitungen an.

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Es herrschen Schulden in der Musik, zurück
bleiben die Ringe der Mutter, bleibt der Motor
und kreist in Sirenen über die gelbe Stadt, alle Gewinner
zielen auf das Radio, sie bringen Papier mit, horchen aus,
mit der Drehbühne inszenieren sie die letzten dreißigjährigen
Frieden, beinahe auswendig, fast bedauerlich,
wie lose Daten aus dem Casio das Gegenteil schlachten,
ein offenes Gesicht vielleicht, Einzelfälle, was anderes
als sparen, wenn nur eine Bleistiftskizze erlaubt
aus Groll den Sprecher für tot zu erklären.

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Mit dem Livestream aus der U-Haft

Der europäische Sohn ist in der Datenbank verschwunden.

Seit dem Jahr seiner Geburt ist er einer von 20.000,

die durch Grenzen geteilt werden. In seiner Wut und Ohnmacht,

die an der Oberfläche der Zeichen blieb, war er einer für alle,

über sich hinaus, in den Sitten und Bräuche verantwortlich;

die See war aufgewühlt, da waren Stimmen, er sollte den Mund halten (no, gracias),

beim Schlaf auf Mauern all der Dinge zu gefallen, seines Zeichens Fischer

_Das Morgengrauen so früh am letzten Tag sprengt das indirekte Licht,

das sich wie Gewebe oder ein Straßenvideo aus den 90ern über uns legt.

Ein rotes Band trennt den Wald von der ersten Häuserzeile der Siedlung.

Ein Name ist nicht hier.

Deine Bekannten und Fremde sind eine eigene Organisation, von niemandem,

nur der stündlichen Ekstase geleitet. Auch ich muss lernen, mir die Fortsetzungen,

das Ensemble der Regeln, zu eigen machen, sonst reagiert niemand.

_Mein Aufenthalt ist Gesetz und Eure Zäune legendär.

Future Shock im Jahrhundert des 23. Paragraphen – bei besonders gelagerten

politischen Interessen schützt das Völkerrecht nicht vor Humanität, denn:

NOT ONLY DAVID BOWIE IS WANTING TO LIVE.

Wie viel doch nötig ist in diesen Jahrhundertsommern

Falter springen von Schatten zu Schatten, eisen mich von mir los,

es hebt sich nur minutenlanges Schweigen, um nicht mehr von Mimik sprechen zu müssen.

Ich mache keinen Frieden mehr auf Eurem Rücken und wiederhole mich,

aber wer will mir das nicht nachsehen. Beurteilt mich taktisch

nach meinen Listen und Träumen, nach meinem Lachen

;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

ab vom schuß.

da sind sie, die vorboten, stundenlang verhört, laut, sichtbar, übrig

ein aufruf fahnen aufzüge, nicht bestraft wird monat ein modernes

krallen im nabel, auf lidern grüngeschossener schluchten hinunter;

manchmal bleibt etwas kleben von dir nicht viel, lese reiche kinder

prosa rasend gelistet, höre was reissen, der motor wärmt gleich für

uns raureif, bitte nacht im parfüm, trommeln aufbruch renaissance;

da ist sie, fein angezogen, gut getarnt, niemand hindert an diesem

morgen irgendwen, nimmst nur mit, was im buch, aus den augen

alphabetisch verständigt, schon schmücken im exil plätze die stirn;

die lippen vor schiffbruch kräuseln, je rauer wird das klappern der

brust eine sirene, die regierte zunge holt mit stricken ein, ringe wenn

gestohlen fallen ähnlich motoren, messen sich mit aquarien zu fuß.

(((((((((((((((((((((((((((((())))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))

NEBELWALL

TAUMEL BEIM EIN UND AUS

FALL AUF DEN SPROSSEN

WIND AN BORD PAPIER VOM

ROSENGARTEN BIS UNGARN

KÄMPFT DAS KUPFERLICHT

_
EIN LECK FÄHRT ZUR

SEITE KIPPT EIN SPIEGEL

GEBROCHNE GRENZE ! STOCK

TRENNT DEN DOPPELTEN ATLAS

UNGEKÄMMT                              entreißt ihm morgens Land

_
IM HAFEN FLATTERN

DIE DOHLEN ENTRINNEN

UM DIE NASE HELLES SCHILF

PEINT DEN DÄMMERRÜCKEN

MESSER AUS DEM NACHEN

EIN NEBELWALL / IRR

########################################################

Komet, Untitled

_Im Tau von ´97, hörst Du noch

das Rascheln der Mäntel auf der Flucht

vor der Arbeit noch schnell

die Daten verschlüsselt, im Licht der

Container noch ein Wort: „Fuck

Armut! Ich hab´ 18 Autos (schalalalala)“

  _Am ersten Tag brüllt nur einer achtsam

Das Mittelmeer mit Rauch und Asche

zu, am zweiten kehrt das Saxophon

zurück, am dritten (zwischen 15:59:30 und 16:00:30)

komme ich endlich aus dem Knick und

trickse die Gegenstände im Weg aus

  _Jahre zählen, die Erde arbeitet

Weiter im modernen Mondlicht

fällt die Klippen, oben entstehen

Zeltstädte voll besetzter toter Brückenhalden

_Ich heiße Goldman Sachs

Sage Scheiße Sprech Politik aber das

ist Amerika und wenn alle Roboter wären,

würde ich gewinnen.

johann 11-12 - 018

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Dobry Towar (poème de métro)

In jeder Station ein gelbes Notfalltelefon

in jedem Waggon ein Notfallknopf

Für die gemeinsame Sicherheit berichte

über eine ungewöhnliche Situation in der Metro.

Nach Hören des Signaltons nicht aussteigen

An der nächsten steig ich aus

Nach Hören des Signals nicht einsteigen! Vorsicht!

Nicht sich an die Tür lehnen! Nicht aus dem Fenster.

Beim Öffnen und Schließen am Griff halten

Notfallbenachrichtigung des Maschinisten:

ALARM vorne beim Dienstdurchgang

Verboten! Abgesagt!

________________________________________________

Sahel Zone

Wir ordnen die Nachrichten rückwärts

nach Demokratie oder Literatur, ins Telefon nebenan

haucht Poseidon zu den bleichen Arbeitern. Erde

auf dem Feld hetzt mit dem verschenkten Trauma.

Die Grenze treibt zu sich, ein Raum, sprich aus

zwei Gegenständen in Einöde zusammengebrochen.

Hier schreien wir die Sirenen an, orten uns ein.

:

Rote Auflösungen erscheinen ergeben von zu Hause.

Reden noch, als uns keiner mehr findet. Surrend

fängt der Boden an, erschließt das Planquadrat;

unsere Angst, die haben sie, der ganze Betrieb saß da

zur Zeremonie an Land gezwungen, im Kampf

mit dem öffentlichen Leben und dem Schlaf,

in den die Operation sich wie absichtlich verrennt.

Bild

Delta5 (spätere Zukunftsvariation; Twilight Blues)

I

In der Zukunft, spät, ein Abend, größere Welt auf dem Dorf, so sollte es immer sein.

Die hellblutigen Glockentürme stürmen bis zum Ende. Aufgefallen sind die Stierrosse, die geglätteten Kacheln der Bahnhöfe. Erreicht, wenn noch nichts war, das Geländer

vom Zuge der Vervollständigung (Mittleres Gebiet). Selber verkauft es sich hier leichter.

Markanter das Gesicht eingefallener Züge, das sich herausbricht und in sich

hineinzieht, spürt die Innenseite der grausigen Haut, die Nasenkreuze.

Das Programm (→ Modus) folgt in den Koordinaten, nicht die Vorlage

ändert sich, der Untergrund macht es zu etwas Neuem – und wirklich,

es waren Sehnen im ungeborenen Sinne.

II

Gedudel im Rondell, drehbare Warenwelt in Episoden, Engel im Puppenhaus.

Darüber gezogen ein breites goldenes Stück Stoff.

Darauf, ein Pfau, die heilige Feder im Maul.

Im Eingang eines Warenhauses fahren sie in Einkaufswägen, kratzen

die Flöhe in ihren Schuhen, herzen sich vornübergebeugt.

Filme ersetzen die offene Konfrontation.

Zur Ablenkung den „Twilight Blues“, den letzten Song Bobs.

2 Warten gebeugt, Hemdknöpfe im Nebelrauch, erzählen mir wer kommt.

Himmelstürme von Spielplätzen geklaut rollen heran, Tiger ziehen die gleichen

Motive des Untergangs statt Rolltreppen. Schon sieht wieder das Buch sieht das Auge,

die Maschinerie zieht an. In einer Nahaufnahme auf Ölpapier zeigt sich

die Digitalität vollendet. Auch die Autoabgase schmecken wieder, versteckt in der Tiefgarage.

Keife vor flüssigem Gas, das aus dir schüttet!

III

Es fing damit an, dass ich einige Wörter beantworten wollte bezüglich der bisherigen fünfhunderttausend Momente („Das kann ich!“).

Ich höre es, jede Nacht dieses Würgen um das Feuer, typisch Zukunft: Wüste.

Im Lager die letzten Wasser jede Nacht. Räubers Freunde werden sie heut nicht mehr.

(Abendlied: „Umzu besiegeln, was ich bekannt,…“)

Der Funke nach 21 Jahrhunderten raubt mir alle Ähnlichkeiten aus den verfluchten

Straßen da draußen. Gebt mir nur drei Stunden, ich bringe das Gold!

Gilgamesch und die Wehen des Uran.

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Delta5 (Zukunftsvariation I)

Die Frau: „Jede brennt ihr Haar herunter“;

ein ständiger Belagerungszustand; wie die Gespräche, die Augen, das Gesicht, die Erzählungen abschrecken. Unterhalb der Säulengänge, in den Arkaden schluckt Sonne das Holz; Fetischzeit:

Der neue Nachbar kommt, anstelle den Beitrag zu zahlen (Tischgespräch, Geld wird gezählt);

Der unfaire Freund verhindert die Abfahrt, ohne es wahrscheinlich zuzugeben

zur Freude: ein nächstes jedes neues Wort späterer Menschen, als hätte es keinen Punk in Indien gegeben;

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Delta5 (Zukunftsvariation III)

In der City of Tears, der neuen Kolonie eigener Menschen

herrscht fast schon peinliche Jungspundigkeit; Fasern promenieren auf

dem Balkon, den Blick vom Wachsgeländer, kalter Wald und altes Meer;

Aufbruch, Renaissance: tanzen im Land der gläsernen Hängebrücken

selbstverständliche Artisten hinter Schleusen zu modernem Mond-

licht; ein Schiffbrüchiger am Rande des Kongostromes holt die Zunge

mit einer Strickleiter ein, noch von Sprache regiert surren im Wetter-

leuchten drehbare Flugsaurier, auf der Brust fromme Metallplatten

und Lider grüngeschossiger Schluchten, die Feldlinien hinunter

—-

pièce (0:28)

die sekremente der weiden spritzen wodka wissen

denkt andere menschen schächte eiserner

zugfächer auf leben der anderen auf denen

gerüste um sich finden zu lassen & leitungen & automaten-

wirtschaft hinter mauern und fenstern die anderen

was zu groß ist verurteilen auslagern / plattmachen zu

ein ganzer block im salzigen frühling schreiben die verfolger

angriff! aus dem bruch kapital in der entwöhnung

spielen und sich nicht mehr per abstimmung verstehen

ging ich ins andere zimmer schrieb einen song

…………………………………………………………………………………………………..

Ein abend

A! der abend, fast
Nacht, schall fällt eng
Dem brauch gemäß
Im rückstand zu den tieren.

Vor allen schildern sitzen die herrscher
Mit gewehr und leiher, flammen löcher
In den erdrücken, seine ketten
Voll karfunkelstein.

Der garten chimärt voran: im sturm
Der pappel brennen die hofgewässer
Kupfer, die heiligen vögel pollen &
Flachsen über das zerrlicht &
Die getäuschten plumpsen nieder &
Werfen schatten
Auf das gelähmte grüngeländer.

Schwielen auf haut & holz
Enteilen die kräfte, stunden
Vor den zaun gesperrt scharren die tiere
Die gruben elendig, die letzte ode sonne
Teilt ihre schienen auf in luxus.
Trost schwirrt in den herden
In den rückstand zur nacht
Treiben sie die alten.
Ein abend. A!

…………………………………………………………………………………

Gargantua

Die Treppe in der Wüste ist Belohnung

für das hohe Amt und Gerüst

für die gesponserte Leinwand aus Glasfaser

Der gezeigte Kopf spielt feierlich ins Land

seinen Verfall kennen die Menschen

nur mit geballter Faust in den ausgebeulten

Taschen, schnell abgerissene Wimpel als Sprungbrett

in vergebliche, überwachte Auffanglager

Die Töne übertragen die vielen gesehenen Filme

Schampus und Einstellungen ohne Menschen

verstellen die Stadt, die rosa Bildschirme

flimmern horizontal. Holo-Elvis tanzt

mit dem kindlichen Fremden als Theorie

ins Gameplay

zur Wiederholung: vom Kreise ziehenden

Alten schießen bis hierher abzählende

Flugkörper gegen die Flucht, auf Namen

zu Nummern, zwei Drittel digital

………………………………………………………………………

Was brauchen wir /was die Straße uns gibt

P

F

O

S

T

E

N

Blö

cke

&

R H

A C

U

die Ruhe des Stillehaltens manchmal

der Himmel

und die Gewissheit der Kanalisation

ein Unterschlupf der gesunde Dreck

und die Fassade des Hinterhofs

die Gesichter der Büßer, Bettler und Schlendriane

Sprachen gedrescht und gezirpt

tanzende kriechende

Ygdrasil und das Geheimnis der dritten Mauer

Flugblätter Sticker Flyer

das ganze Netz gespannt zwischen

Häusern

Hotels und entworfenen Wegen

Blö

cke

Sp inn

der

G sser

ewä

Mond um 3

——————————————–

Boston

Ich fahre nicht dorthin, habe Boston

verstanden, bevor ich will

drängen Kinder und Pendler, stellen Gänge

zu. Andere kotzen Butterblumen

auf den weitesten Feldern der Gegend

Kolchosen vom alten Schlag

inmitten Pilgerwegen halten auswendig gelernt

Gekreuzigte Vorsteher mit den größten

Verdiensten an ihrem Gesicht, ihren Beruf

finden sie erst morgen am Rande

eines europäischen Filmsets. Das Grauen

ausgenutzt geworden zu sein, den Kirschsalat

zu würzen zwang sie zu widerlichen

Verenkungen.

Hinter Technik verschanzt knapst Du

Automaten an, der Draht läuft mili-

tärisch nebenher, im Schatten der Schornsteine

brauche ich den Müll mein

Feind, der Mund, kommt in Eurer Geschichte

nicht vor, meine öffnet sich

fallsüchtigen Grillen.

Eine Verbeugung, ein Wort zur Szene

wirft Fragen, delegiert Antworten

konjunkturell auf gespülte Felder.

Vom Ausgang läuft das römische Pflaster

öffentlich ans Meer. Auf dem Dach

lungern streng die Städte schienen

nur mehr reine Natur.

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Die Legenden der letzten 50 Jahre

Laufende Nummern diktieren herablassend Texte

aus der Redaktion, die die Stadt mit Ideen verstellt,

kaum erzählt sind sie unfähige Nachrichten

die unbekanntes Wissen raushauen, bevor es endgültig

verschwindet und gelöschte Fotos über uns

in die Wolken projiziert werden

Unsere Visagen blitzen verpixelt am Ende der Allee

die toten Seelen suchen mit unseren durchleuchteten Häuten

im Schlepptau Schutz vor dem Nächsten, horcht

noch einmal den Streit in den verlassenen Körpern,

wie der Sturm durch sie hindurchpfeift, passiert Risse mir

Kreidespuren als Feedback auf den taufarbenen Straßen

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Geniusz słuchania

zachowam słowa moje w ustach

co leży na języku, zgadnij!

czuję się promień czasami ten

szlachetny zapach albo przejmującą burzę

w innych rzeczach

niezależnie od decyzji

dusi czarna czapla spokojne powietrze ponad żółtym

kałużnym sródmieściem

wszystko się nadaje, żeby zostać w biznesie

zadbany wychodzę z szóstego piętra

który czeka na przychodzące zwierzęta

pole przed oczami czerpią, pociągi

jeżdzające na trawie i rządy

drzew przesłaniją ludzi

……………………………………………..

Tau von ´97

Bleibe auf

Warte zwischen den Zügen

lass mich ein

        Die Hinterzimmer sind auf Stein gebaut

Du, Herbst, wir

glauben uns hungrig vergessen

in der Nebengebäude Bestürzung

fällt die Klippen, Zeltstädte entstehen

        Regen, Lichtcontainer, noch ein Wort

Scheiß Armut! Ich hab´ 18 Autos

(schalalalala)

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fallende Papiere

Die Bahnhofswärter in Gelb murmeln Gedichte

ihrer eigenen Geschichte glich 35 Jahre 35 mal.

Einer tritt mit Funkgerät ans Fenster, spricht auswendig

und mechanisch zieht der Zug seine Natur an. Das Aquarium

tänzelt zu Fuß. Ein König kehrt aus dem Exil zurück, die Gegend

mit ihren Festplatten lauert als überfüllter Hofstaat, seine Koffer

zur Ablenkung bereit. Unterwegs wuchtige Kiefern schelmisch,

schieben auf Landbrücken rauchende Verschläge über

die Ablagen, wechseln die Scheine täglich die Legenden.

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Die Straßenbahn kann lange halten.

Vor unserer Tür ist es laut.

Die Fensterscheiben zählen den Takt mit.

Ich glaube an die Vorsehung und

mache mir davon schon mal ein Bild.

Kinder laufen an der Hand. Sie halten

ein Eis. Sie kommen von der Schule, die

Kinder. Hören Musik, die anderen

sehen fern.

Die Zukunft von Deutschland liegt am Meer.

Die Zeitungen sind voll von Gesprächen.

Es ist kalt, dann wieder warm. Die Wolken

ziehen herauf und wieder ab.

Der Flieder zieht die Hunde an, sie haben

den gleichen Vornamen; die Teiche haben

sich auf die Seite gelegt.

Ich werde lernen, basteln zu können.

Erst werde ich mir die Haare wachsen

lassen. Es wird (dann) hinterhergeschaut.

Wenn die Haare wehen, ist das Mitleid groß.

Es wird aus dem Fenster geschaut.

Ich bleibe an einem Punkt. Es wird

mit den Augen verfolgt.

Bald ist Sommer. Wieso der Teer nicht

mehr schmilzt, kann ich nicht sagen.

Eine alte Gewohnheit: die Seiten zu

überspringen. Zwischen Melodie und

Klatschen beginnt die Gartensaison.

Auch ein falscher Hase ist ein Angebot.

Frühmorgens schon bin ich meiner

Zuneigung auf die Spur gekommen (da

bin ich meiner Sache sicher).

Normalerweise kenne ich niemanden,

der sich etwas merken kann.

Alle schreiben sich was auf die

Hände.

Das Jackett trottet neben mir. Eine

Giraffe bewegt sich nicht.

Einen falschen Ton begreifen zu wollen

wie er hinter der Wand hervorsticht.

Das Gesicht brodelt unwillig. Misstrau-

isch fängt der Mittag mit Gewohnheiten

an. Stolze Zähne bestehen die Prüfung.

Bild

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Regenwald

In der Müllhalde aus Baumstämmen

kam von irgendwo ein Laut

Papier wartete auf Nummern und Kurz-

schlüsse, A zu B, kurzes Licht

Einbrüche werden gefördert, aber die Uhr

liegt nur gedruckt daneben

Der alte Basar haftet mit körper

Losen Flächen, asphaltierten Netzen

und Metallwolle, Händler kennen schon

die Konjunktur und mechanisieren die

Reaktionen zu Zahlen und Rekorden

Für weltweit taube Weisen zum Trotz

exerzieren die Stromkästen den

schlafenden Betrieb in der panischen Stadt der

schönsten Wirtschaft suchen sie sich was aus

ohne zu wissen was das ist, halb Schlaf

hassen und telefonieren die Instinkte

bis ein regenreifer Geist aus der Verwaltung

die erfahrenen Sonnen in die Kanüle drückt

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