im tau

zwischen kotti und hermannstraße ist alles crack
eine schneelandschaft so weit schon im jahrhundert
das funktionales schlafen erlaubt im futter                                   nur hinlegen
sich verjüngen die verlorene generation als                                   chor im rücken
das war merkwürdig der balkon öffnet sich                                   der haut
fast hatte es den anschein zu nah dran zu sein

alle zwei tage eine notiz weder einstecken noch austeilen
im ergebnis liegen verstreut die kugelschreiber aber kein papier
das knirscht das wartet auf nachrichten in dieser zeit
hielt ich mein lesen nicht ein verweis auf anderes gedicht
mit den einfachen sätzen dass ich nicht durchkomme
der geschichte am rand von bildschirmen in allen
landschaften im gebälk da hausen die namen gründlicher
als sonst säuberte ich die schuhe der gang vors
haus plumpe cover überlisten von sich tönen

bücher werden in ägypten geschrieben im libanon gedruckt
und im irak gelesen ein altes arabisches sprichwort begleitet
eine sammlung von missgeschicken auf beiden spuren
finger schwenken die letzten sätze vor der abfahrt
kosmische angelegenheit diese geschnörkelten noten
heften sich an die schenkel der lettern entledigen sich
ihrer die partitur transponieren über kreuz

wenn ich zusammenfassungen schreiben soll
bin ich nah dran mich abzuschaffen
spekulativ zu leben nach den büchern
der letzten tage dann
rede ich mit der zeitung weil ich eine bestimmte
sprache vermisse

vorbei an anmaßender architektur
die plastik schießt ins gebüsch eine
totenbeschwörung als wäre ich
ein fahrender buchhändler der
fortsetzungen verkauft wobei
das orange mir auch wieder
die neunziger rettet

vergessen der sound die goldberg-
variationen erinnert ein film die stimme von
glenn gould erzählt wenn sie mitsummt wie jetzt
der bassist in dem café
in der oppelner

der anfang der nacht wenn der nebel mitsamt
seinen tropfen in die trams hinein
weiter nach osten gezogen ist
in die stadt mit den wiesen im tau
unter den festungsmauern geklemmt an den hügel
den a und ich im verborgenen hochsteigen
dem regime zu entwischen endlich
in ruhe zu rauchen

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Über Johann Wiede

Nicht-Schreiben heißt Lesen.
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