Die frühen Geräte

Wenn ich alte Handys aktivieren und mir die Zusatzteile und Adapter besorgen würde, suchte ich als erstes die SMS, die guten Geschichten, Bilder, Notizen, an die ich nicht mehr rankomme.

Ein paar weniger wichtige Nachrichten hatte ich über die Jahre wieder gelöscht, um Platz für neu eintreffende zu machen. Das sagt sich so leicht, aus heutiger Sicht.

Der Akku fehlt, die Nachbestellung faktisch unmöglich, der Aufwand zu hoch. Wo sind die frühen Geräte hingerettet, unverdient, mit Finderlohn? Wie viele waren es noch gleich? Wie sahen sie aus? Hüllen aus Plastik und Chips, mit denen ich täglich hantierte.

Ich fragte nach, wenn mir ein Name entfiel. Schon hier seid ihr alle zuviel. Wie bedrängt sind wir von denen, die wir für die anderen halten!

 

Wie kam es, dass der Körper nicht kontrolliert wurde, als er auf der Schwelle stand. Manchmal verstanden wir uns auch nur falsch und ein Schweigen mehr wäre besser gewesen.

Der Raum wird nicht verlassen, sondern getrennt gedacht. Falsche Türen eingerannt. Spätestens abends, wenn sich die Rasensprenganlage von selbst anschaltet, regieren Notstandsgesetze.

Unter Rechtfertigungsdruck entspinnt sich ein Gespräch in einer Bank, zwei Ecken weiter, in den Fußsohlen falsches Wasser. Ein aufmerksames Keuchen ist so viel wert wie drei Sprechblasen im Gegenwind.

Wie froh bin ich, wenn sich der nächste Ton und die Stellung des Rhythmus meinen Erwartungen zuwiderläuft, sich mir entzieht, erst zu erschließen ist (wozu meistens aufgrund des übrigen Geschehens weiter keine Zeit bleibt).

 

Mein Traum, der durch Glas fällt, das Zimmer, das auf die Straße fällt. Dort riecht es nach Kohle und führt hinein in den Strudel. Es wird das verpixelt, was gespiegelt ist.

Der alte Beamtengrundsatz: Ich äußere mich, bevor ich eine Haltung habe. Das mit den Transitgebühren war wohl nur ein Scherz gewesen.

Was hier alles zu Ende geht!

Ich werde immer gründlicher, bevor ich das Haus verlasse; der Schreibtisch wird aufgeräumt, die Stapel weniger. Das Zimmer ist einsehbar, ist öffentliches Versteck. Die nächste Party steigt bestimmt.

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Über Johann Wiede

Nicht-Schreiben heißt Lesen.
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